Einzelfirma oder Einzelunternehmer? Die wichtigsten Unterschiede zwischen den beiden Formen
19. Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit
Die "egyéni cég" (Eic., wörtlich "Einzelfirma") und der "Einzelunternehmer" (egyéni vállalkozó, EV) klingen trotz ihres ähnlichen Namens gleich, sind aber zwei rechtlich unterschiedliche Formen — und viele Unternehmer stoßen erst auf diesen Unterschied, wenn sie sich bereits entscheiden müssten, welche Form sie wählen.
Was ist ein Einzelunternehmen (EV)?
Das Einzelunternehmen (egyéni vállalkozó, EV) ist die einfachste Form: Die Privatperson haftet im eigenen Namen mit ihrem eigenen Vermögen für die Verbindlichkeiten des Unternehmens. Es gibt keine eigenständige Rechtspersönlichkeit — Unternehmen und Privatperson sind rechtlich ein und dasselbe. Das macht die Einfachheit dieser Form aus — schnelle Gründung, wenig Verwaltung —, ist aber zugleich ihre Grenze: Auch Ihr Privatvermögen haftet für die Verbindlichkeiten des Unternehmens.
Was ist eine egyéni cég (Eic.)?
Die egyéni cég ist eine Zwischenform zwischen dem Einzelunternehmen und einer Personen- bzw. Kapitalgesellschaft (z. B. einer Kft., der ungarischen GmbH). Die egyéni cég besitzt keine eigene Rechtspersönlichkeit, agiert aber als in das Handelsregister eingetragene, eigenständige Unternehmensform und kann in bestimmten Fällen mit beschränkter Haftung ausgestattet sein — wenn der Gründer dies wählt und ein Stammkapital für das Unternehmen abtrennt.
Die wichtigsten Unterschiede im Überblick
- Haftung: Beim Einzelunternehmen unbeschränkt, mit dem gesamten Privatvermögen; bei der egyéni cég wählbare beschränkte Haftung auf einen abgetrennten Vermögensteil.
- Verwaltung: Die Gründung und der Erhalt einer egyéni cég sind in der Regel mit mehr Verwaltungsaufwand verbunden als bei einem einfachen Einzelunternehmen.
- Besteuerung: Beide Formen können unter ähnlichen Steuermodellen wählen (z. B. Pauschalsteuer unter bestimmten Voraussetzungen, in manchen Fällen Körperschaftsteuer) — die genauen Regeln unterscheiden sich jedoch, und diese Entscheidung wirkt sich auf Ihre gesamte Steuerlast aus.
- Ansehen und Geschäftsbeziehungen: Manche Geschäftspartner, insbesondere größere Unternehmen, schließen lieber Verträge mit einer eingetragenen Firma als mit einem Einzelunternehmer als Privatperson — das ist jedoch stark branchenabhängig.
Wann lohnt sich ein Wechsel?
- Wenn Ihr Unternehmen risikoreiche Geschäfte abwickelt und es Ihnen wichtig ist, Ihr Privatvermögen vom unternehmerischen Risiko zu trennen.
- Wenn Umsatz und Umfang Ihrer Tätigkeit bereits das Niveau übersteigen, bei dem die Einfachheit des Einzelunternehmens gerechtfertigt ist.
- Wenn Ihre Geschäftspartner eine eingetragene Unternehmensform bevorzugen oder verlangen.
Worauf Sie vor der Entscheidung achten sollten
- Entscheiden Sie nicht nur anhand der Steuerlast — die Haftungsfrage und der Verwaltungsaufwand sind mindestens genauso wichtige Aspekte.
- Holen Sie individuellen Rat bei einem Buchhalter oder Anwalt ein — die konkreten finanziellen und rechtlichen Auswirkungen eines Wechsels hängen stark von Ihrer individuellen Situation ab.
- Berücksichtigen Sie Ihre langfristigen Pläne — wenn Sie erwarten, dass Ihr Unternehmen wächst (Angestellte, größere Geschäfte), lohnt es sich, frühzeitig über einen Formwechsel nachzudenken.
Worauf konzentriert sich Penzum derzeit?
Penzum konzentriert sich derzeit vor allem auf die Steuer- und Finanzpflichten von Einzelunternehmern (Pauschalsteuer, KATA — die Pauschalsteuerregelung für Kleinunternehmer, VSZJA — unternehmerische Einkommensteuer). Wechseln Sie zu einer egyéni cég oder einer anderen Gesellschaftsform, lohnt es sich, die detaillierten, formspezifischen Regeln mit einem Buchhalter abzustimmen.
Sind Sie sich bei Ihrer eigenen Situation unsicher? In der Penzum-Hilfe finden Sie weiteres Hintergrundmaterial zum Vergleich der Unternehmensformen. (genauer Link wird noch geprüft und ergänzt)